Der Polizist hat immer recht

Der Polizist hat immer recht I

Dresden, Sonntag, 11.35 Uhr. Ich befuhr mit meinem PKW die Stauffenbergallee, genau gesagt, jenes Stück der Stauffenbergallee, das noch nicht asphaltiert ist und dessen Oberfläche der des Mondes gleicht.
Auf Höhe der Einfahrt zum Polizeigelände wurde ich von Polizeibeamten gestoppt, die sich hinter der Litfaßsäule postiert hatten. Diese präsentierten mir ihren Wunsch, dass ich 10 € bezahlen müsse, weil ich 54 km/h gefahren sei.
Angesichts dessen, dass in der Zeit, während ich mit den Polizeibeamten da stand, kein Auto vorbeigefahren kam, sagte ich vorwitzig zu den Polizeibeamten, dass ich diese Kontrolle als eine so genannte „verkehrserzieherische Maßnahme“ auffasse, aus welcher ich bereit zu lernen bin, aber nicht so recht weiß, wen ich eben durch meine Raserei gefährdet habe.
Darauf teilte mir einer der Polizeibeamten mit: „Sie haben sich selbst gefährdet.“ — Verdammt, ja! Ich habe mich selbst gefährdet. Nicht, weil ich zu schnell war, sondern weil ich überhaupt auf dieser Holperstraße gefahren bin!

Der Polizist hat immer recht II

Ich hatte auf dem Weg von Dresden nach Kutná Hora (CR, kurz vor Prag) in Decin einen Schaden an der Lichtmaschine. Nicht, dass das allein ärgerlich genug ist, nein, das i-Tüpfelchen fehlte noch: der Polizist.
Ich hatte, weil ich Zündaussetzer bemerkte, an einer geeigneten Stelle wenden und den Rückweg antreten wollen. Schon beim Wenden ging mir der Motor aus. Nun ohne Servolenkung bin ich wenigstens von einer gut befahrenen Hauptstraße auf den Fußweg gerollt. ‘Gut gemacht’, dachte ich so bei mir. Aber nix da! Der vorüber fahrende Polizist gab mir zu verstehen, dass es Geld koste, wenn ich auf dem Fußweg parke, und dass ich mein Fahrzeug umsetzen solle.
Natürlich bin ich stehengeblieben, natürlich kam er nach einer Runde wieder zurück und zeigte mir, dass es Geld koste, wenn ich auf dem Fußweg parke, und dass ich mein Fahrzeug umsetzen solle.
Ich pläke also über die Straße: “Batterie kaputt.” Er hält an und kommt herüber. Er verlangt unfreundlich Führerschein, Fahrzeugschein, Ausweis und die grüne Karte. Dann kommt er wieder zurück und sagt, ich solle das Licht anmachen. Ich mache das Licht an, er sagt: “Batterie nix kaputt.” und geht zu seinem Wagen auf der anderen Straßenseite.
Ich steige ein und versuche, das Auto anzulassen. Geht natürlich nicht. Ich pläke wieder: “Auto kaputt.” Er überprüft meine Papiere, kommt wieder zu mir und sagt überheblich: “Batterie nix kaputt. Auto kaputt.”
Recht hat er, der gute Mann.
Er gibt mir meine Papiere wieder und zeigt mir energisch, dass ich vom Fußweg runter soll. “Wohin?” frage ich und kreise mit den Armen. Er macht das Warnblinkzeichen und zeigt auf die Straße. Gut, darauf wäre ich nicht gekommen, dass ich auf der Straße besser stehe als auf dem Fußweg.
Während ich mein Auto auf die Straße schiebe und anschließend dort stehe, zeigen mir zahlreiche Bus- und LKW-Fahrer unmissverständlich, dass ich an einer ziemlich blöden Stelle stehe. Danke, ihr Lieben, das habe ich auch schon selbst herausgefunden.